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Lageskizze
Lageskizze 
Thujenhain, Sprudelei, Zuckerllicht
Platzgestaltung Spillern

Entwurfparameter
Identität schaffen - inszenieren

Beschreibung
Auszug aus dem Drehbuch
Ein blauer Mercedes Ponton fährt schnaufend auf das Gemeindezentrum von Spillern zu. Der wohlgenährte Produzent sitzt, selbstgefällig an seiner Zigarre paffend, am Steuer.Neben ihm der Regisseur, hager, nervös aber voller Neugier. Draußen leichter Nieselregen.
REGISSEUR_ Ich sag dir, die Location ist genial.
Der Produzent bleibt ungerührt. Sie kommen in der Mitte des Marktplatzes an. Behäbig öffnet der Produzent die Tür und setzt seine Sonnenbrille auf. Der Regisseur rennt ums Auto und greift ihn am Arm.
REGISSEUR_ Und?
PRODUZENT_ Was und?
REGISSEUR_ Gibt was her, oder?
PRODUZENT_ Mann kann was draus machen, aber das wird teuer!
REGISSEUR_ (wild gestikulierend) Ganz und gar nicht. Asphalt, überall Asphalt, bis an die Ränder. Und darauf reguläre Straßenmarkierungen. Bunte Linien, die in der Nacht leuchten.
PRODUZENT_ Und die Bäume?
REGISSEUR_ Die müssen weg. Alle. Die haben ja genug Bäume in der Umgebung.
Über den Platz kommt ein Priester in Sutane gelaufen und mischt sich ein.
PRIESTER_ Langsam, langsam. Hier kommt gar nichts weg. Der Baum hat Symbolkraft. Er gehört dem Herrn.
REGISSEUR_ Aber die Thujen ja auch. Es wird Thujen geben. (blickt dem PRIESTER ins Auge) Einen Thujenhain. So dicht, dass keiner durch kommt.
PRODUZENT_ Thujen find ich gut, die sind billig.
REGISSEUR_ Und es wird ein Ei geben. Also, den Ursprung. Mit der Spitze auf Ihre Kirche gerichtet.
PRIESTER_ Aber die Grünflächen da, die müssen auch bleiben. Hier Mutter Kirche, dort Vater Staat.
PRODUZENT (nimmt die Zigarre aus dem Mund, bläst den Rauch genüsslich auf die Seite)_ Monsignore, es geht doch um die Gemeinschaft.
REGISSEUR (drängt sich vor) _ Genau. Und das Ei fasst den ganzen Platz zusammen. Eine Inversion, aus der sprudelnd das Leben kommt.
PRIESTER_ Sie meinen einen Brunnen?
REGISSEUR_ Ja, und im Sommer eine Fontäne wie von einem Walfisch.
PRIESTER_ Und im Winter?
REGISSEUR_ Und im Winter füllt sich das Ei und die Kinder können darauf Eis laufen.
Ein vierter Herr gesellt sich zu ihnen.
BÜRGERMEISTER_ Also ich bin hier der Bürgermeister. Dies soll eine verkehrsberuhigte Zone werden.
PRODUZENT_ Aber es ist ja alles verkehrsberuhigt.
REGISSEUR_ Genau, den Thujen muss man ausweichen und auf Wasser kann man nicht fahren.
PRIESTER_ Gehen drauf kann nur einer.
REGISSEUR_ Und der Zebrastreifen führt in dieses Land.Nicht quer zur Straße, sondern mit ihr. Ich meine dort wo das Rathaus beginnt. Parallel zum Café, von dem aus man seine Augen auf den Thujenhainen weiden lassen kann.
BÜRGERMEISTER_ Wir haben eine Straßenverkehrsordnung und die Ordnung muss gewährt sein.
REGISSEUR_ Ist sie ja auch. In diesem Falle halt ein Zusatzvokabular. Bei den Ausgängen von Kindergarten und Schule wird es gelbe und weiße Anhäufungen von Mittelstreifen geben, die so die Gefahrenzonen definieren. Und Blauzone ist auch überall. Es genügt ein Streifen, der das Ei schneidet.
PRODUZENT_ Wir brauchen Licht.
PRIESTER_ Genau.
REGISSEUR_ In der Nacht wird ihr Campanile rot leuchten, Monsignore. Und ihr Kindergarten und ihre Schule, Herr Bürgermeister lösen sich in Zuckerlfarben auf.
BÜRGERMEISTER und PRIESTER (im Chor)_ Und wer soll das alles bezahlen?
PRODUZENT_ Na ich. Wer sonst? Ihr zahlt den Strom und das Wasser. (Mit Blick auf den Regisseur) Und das Budget wird nicht überzogen.
REGISSEUR_ Owa geh...

Datenblatt
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Lageskizze
Thujenhain
Zuckerllicht
Sprudelei
Grundriss Hauptplatz